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Lebensraum für die Kreuzkröte

Kreuzkröten - Foto: Sven Möhring
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Kreuzkröten - Foto: Sven Möhring

Bereits 1999 begann der NABU-Regionalverband Erzgebirgsvorland erste Biotopgestaltungsmaßnahmen im Flächennaturdenkmal (FND) „Kiesgrube Thurm“ durchzuführen. In der ehemaligen Kiesgrube hatte sich nach dem Ende des Kiesabbaus ein komplexer Sekundärlebensraum entwickelt, der aufgrund vorhandener typischer Offenlandarten unter Schutz gestellt wurde. So war die Kreuzkröte (Bufo calamita), welche heute zu den stark gefährdeten Amphibienarten in Sachsen gehört, im Gebiet einst mit einer großen Population vertreten. Mit der Zeit waren jedoch die ehemaligen temporären Gewässer fast restlos verlandet und der Birkenwald war auf dem Vormarsch, wodurch von den artenreichen Offenlandhabitaten fast nichts mehr übrig war, die Art kam nur noch sporadisch vor. Doch in den vergangenen 21 Jahren wurden vom NABU in dem 3,9 Hektar großen Gebiet Pioniergehölze entfernt, Stubben gerodet und insgesamt neun Tümpel mit einer Gesamtfläche von 4.800 Quadratmetern geschaffen.

Im August 2020 realisierte der NABU Erzgebirgsvorland eine weitere Biotopgestaltungs- und Renaturierungsmaßnahme, finanziert als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme durch die untere Naturschutzbehörde Zwickau. Dabei wurden die mit Rohrkolben zugewachsenen Tümpel entkrautet und ein neues Kleingewässer geschaffen. Nun setzt die Gruppe darauf, dass sich bald wieder eine stabile Population der Kreuzkröte im FND ‚Kiesgrube Thurm‘ ansiedelt. Da die Kröte in der nahegelegenen Motorsportarena Mülsen mehrfach nachgewiesen ist, stehen die Chancen dafür gut.

Auch für den Erhalt eines weiteren Kreuzkrötenhabitats, der Sandgrube „Am Auersberg“, setzt sich der NABU Erzgebirgsvorland ein. Etwa alle zehn Jahre müssen hier die Tümpel und Sandhänge freigestellt werden, was der Regionalverband 2007 und zuletzt 2018 mit dem nötigen Fingerspitzengefühl übernahm. Finanziert wurde das Projekt durch ein spezielles Artenhilfssofortmaßnahmenprogramm des Freistaats Sachsen, initiiert und betreut durch die Kreisnaturschutzstation Gräfenmühle, deren Mitstreiterinnen und Mitstreiter kräftig mit anpackten. Von den Maßnahmen zum Schutz der Kreuzkröte profitiert nicht nur die Art selbst, sondern auch andere sand- und wärmeliebende Arten. So ist die Sandgrube inzwischen Lebensraum für den in Sachsen vom Aussterben bedrohten Berg-Sandlaufkäfer, viele Sandbienen- und Grabwespenarten oder bedrohte Amphibienarten wie Knoblauchkröte und Kammmolch, die sich im neuen Habitat angesiedelt haben.



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