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Nachruf auf Salome Winkler

Salome Winkler - Foto: NABU-RV Erzgebirgsvorland
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Salome Winkler - Foto: NABU-RV Erzgebirgsvorland

Am 11. August 2022 verstarb Salome Winkler, Gründungsmitglied und Geschäftsführerin unseres NABU-Regionalverbandes Erzgebirgsvorland e.V., an den Folgen eines tragischen Unfalls auf einer Naturschutzwiese. Sie war das Herz und die Seele unseres Vereins.  

Nach jahrzehntelanger Landschaftspflegearbeit, zusammen mit Andreas Winkler, im Rahmen des RV Erzgebirge, hatte sie großen Anteil an der Gründung des jetzigen RV Erzgebirgsvorland im Jahre 1998. Ihr ausgesprochen organisatorisches Talent versetzte sie rasch in die Lage, auch hier die Planung und Durchführung dieser Arbeiten zu übernehmen. Ihre Freundlichkeit und Offenheit, ihre Beharrlichkeit und ihre Zähigkeit im Umgang mit Behörden und Bürokratie halfen ihr bei der Überwindung der vielen Hürden. Manchmal scheiterte sie auch, fasste sich aber schon bald wieder und verfolgte zusammen mit Gleichgesinnten die Ziele des Naturschutzes. Salome gewann durch ihr Wirken viele Freunde und kam zu Anerkennung in und außerhalb unserer Region.  

Ihr ganz besonderes Verdienst ist es, immer wieder Möglichkeiten gefunden zu haben, die knappen finanziellen Mittel des Regionalverbandes aufzustocken. Freiwillig übernahm sie pausenlos die Planung aller Veranstaltungen im Verband, seien es die Versammlungen, die fast monatlich stattfindenden Vorträge, Arbeitseinsätze oder Exkursionen. So gelang es ihr immer Referenten für Veranstaltungen zu finden oder Arbeitseinsätze, wie z. B. Pflanz- und Pflegeaktionen sicherzustellen. Ganz besonders schätzten es immer wieder alle Teilnehmer, dass vor allem das leibliche Wohl in der freien Natur nicht zu kurz kam. Es war zu einem großen Teil  Salomes Verdienst, dass z. B. Ausstellungen zur Natur um das Frohnbachtal im Museum Fronfeste in Limbach-Oberfrohna oder zum Naturinventar des ehemaligen Truppenübungsplatzes am Rümpfwald bei Glauchau stattfinden konnten. Bei Letzterem war es ihr gelungen, zusammen mit vielen anderen und vereint mit Naturschutz- und Umweltverbänden sowie Parteien eine regelrechte Bürgerbewegung zu organisieren. Dies führte, trotz Gegnerschaft und Besserwisserei, zur Unterschutzstellung dieses wertvollen Offenlandes als Naturschutzgebiet. Unvergessen ist zudem ihr Durchsetzungsvermögen bei der Verhinderung des Gesteinsabbaus am „Hohen Busch“ in Bräunsdorf/Kaufungen.  

Zweifellos Höhepunkte, der durch Salome organisierten Vereinsarbeit, waren Exkursionen, die in die nähere oder fernere Heimat wie die Rhön, die Dübener Heide, das Erzgebirge, nach Westthüringen, Brandenburg, an die Ostsee oder sogar nach Polen führten. Wir konnten uns auf sie verlassen und uns zurücklehnen, denn es klappte immer unter ihrer Regie. Dabei gelang es ihr stets, Experten zu finden, die uns die Naturausstattung der jeweiligen Region nahebrachten und die Gemeinschaft in unserem Verband, zum Beispiel durch Lagerfeuer und Begleitmusik, zu bereichern.  

Für ihre gute Naturschutzarbeit wurden sie und Andreas Winkler mehrfach ausgezeichnet. So erhielten beide zurecht 2001, durch den damaligen Umweltminister Jürgen Trittin, einen Preis im Wettbewerb "Goldene Natur" im ZDF. Zuvor fand 1996 ihre Arbeit, in und mit der Natur, Berücksichtigung im Feldschlößchen-Naturschutzwettbewerb.

Seit 2019 war Salome auch Mitglied im Vorstand des NABU-Landesverbandes Sachsen. So könnte man die Aufzählung aller ihrer Leistungen sicher noch weiter fortsetzen.  

Fest steht jedoch: Salome Winklers Tod reißt eine riesige Lücke in die Arbeit des Regionalverbandes Erzgebirgsvorland wie auch den gesamten Naturschutz in Sachsen. Derzeit ist kaum zu ermessen, wie diese Lücke jemals geschlossen werden kann.

Wir alle trauern mit ihrer Familie um unsere liebe Salome.
Sie wird von allen, die sie kannten, nie vergessen werden!

Peter Hofmann, Andreas Winkler und der Vorstand/Beirat des Regionalverbandes Erzgebirgsvorland e.V.



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